Neue G-Klasse Testbericht: Mercedes-Benz G 500 oder G 63 AMG

Neue G-Klasse Testbericht: Mercedes-Benz G 500 oder G 63 AMG? Ein erstaunlicher Vergleich mit einem faszinierenden Ergebnis!

Wir haben das neue Modell der G-Klasse erneut getestet und dieses Mal zwei mehr als beeindruckende Ausführungen des kultigen G-Modells gegenübergestellt: G 500 gegen G 63 AMG.

Mercedes G63 AMG vs. G500
Mercedes G63 AMG vs. G500

Bild: getyourdrive.com – Mercedes-Benz G 500 und G63 AMG im Vergleich

So viel können wir vorwegnehmen: Die Messlatte des Kult-Modells der letzten 40 Jahre war enorm hoch. Mercedes hat es jedoch geschafft, die G-Klasse vollends neu zu entwickeln, es in fast allen Belangen zu verbessern und dabei optisch allen Ansprüchen des Ur-Modells zu entsprechen. So viel Komfort bei schier unbändiger und teilweise übermäßiger Power erlebt man selten in einem Offroader!

Das liegt vor Allem an dem faszinierenden G 63, der mit seinen 585 PS so brachial schiebt, dass man kurzerhand den Fakt vernachlässigt, sich in einem 2,5 Tonnen schweren Offroader zu befinden. Kein Wunder, denn die 100 km/h sind in 4,5 Sekunden erreicht. Der Sound der Sidepipes und die gewaltige Kraft des Vierliter-V8-Biturbo zaubert einem immer und immer wieder ein sehr breites Grinsen ins Gesicht – bis die Verbrauchsanzeige die 30-Liter-Marke knackt (Im Comfort-Modus 15 Liter), wobei dies beim Basispreis von knapp 150.000 Euro zu vernachlässigen ist. Tanken, Sport-Modus einschalten, Klappen auf und mit einem Grinsen weiterfahren….

Der optische Vergleich: Mercedes-Benz G 500 vs. G 63 AMG – äußerlich verschieden, innen bis auf Lenkrad identisch

Optisch sind beide Fahrzeuge absolute Hingucker, wobei der G 500 im Vergleich zum G 63 AMG wie der dünne, kleine Bruder erscheint. Im Prinzip ist sich Mercedes bei der neuen G-Klasse in puncto Kante treu geblieben. Die vertrauten Ecken und Kanten sind im Großen und Ganzen bleiben, ein insgesamt beeindruckender und gradliniger Auftritt mit ein paar mehr Rundungen ist gekommen. Die offensichtlichen Unterschiede des G 63 zum G 500 sind die Front mit den großen Lufteinlässen, vertikal designte Panamericana-Grill sowie der Klappenauspuff. Besonders gut gefallen uns die neuen Multibeam-LED-Scheinwerfer des neuen Modells.

Der Innenraum des G 63 AMG und G 500: nahezu das gleiche Erlebnis mit feinen Unterschieden

Der Innenraum bietet nahezu das gleiche Erlebnis in beiden Fahrzeugen. Bis auf das AMG Lenkrad sind so gut wie alle Sonderausstattungen bei beiden Modellen optional bestellbar. Das imposante Widescreen-Cockpit fällt sofort auf und verkörpert das neue, moderne und technisch optimierte Design-Konzept von Mercedes. Das AMG-Lenkrad ist so ziemlich das einzige vom G 500 abweichende Feature. In diesem Fall ist sogar das AMG Performance-Lenkrad in Carbon verbaut. Schauen wir über die für Rennstrecken gedachte Mittenmarkierung geradeaus auf der Straße, könnte man meinen, in einem echten Sportwagen zu sitzen. Für die Stadt, in der sich die G-Klasse oft zuhause befindet, ist dies natürlich komplett überflüssig – aber ebenso wie die übermäßige Motorisierung irgendwie gefällig. Mit der AMG-Variante der G-Klasse setzt Mercedes auf die beliebte Performance und versucht gleichzeitig, seine Offroad-Wurzeln beizubehalten. Natürlich merkt man sehr schnell, dass wir in einem der bekanntesten Offroader der Historie sitzen.

Die bei beiden Modellen gewählten Aktiv-Multikontursitze für besten Sitzkomfort und perfekten Seitenhalt. Die Massagefunktion mit aufblasbaren Luftkammern runden das exklusive Komfort-Erlebnis ab – wirklich genutzt wird die Massagefunktion dann aber in der Praxis nicht. Der sonstige Innenraum ist sehr geräumig und wirkt durch das Widescreen-Cockpit äußerst aufgeräumt. Die bei beiden gewählte Ambiente-Beleuchtung setzt die richtigen Farb-Akzente und wertet den ohnehin schon hochwertigen Innenraum noch einmal auf.

Der Sound Vergleich des Mercedes-Benz G 500 vs. G 63 (innen und außen)

Beide Fahrzeuge sind in diesem Fall mit dem hochwertigen Burmester© Surround-Soundsystem ausgestattet – vielen Dank für dieses hervorragende Klangerlebnis! In der G-Klasse schwebt man hoch über den anderen Verkehrsteilnehmern durch die Stadt möchte bei der richtige Musik, dem Komfort und dem Fahrgefühl nicht mehr aussteigen.

Beim G 63 jedoch rückt die Musik von innen recht schnell in den Hintergrund – möchte ich doch den Sound bei leicht geöffnetem Fenster hören, den die erfreuten Verkehrsteilnehmer und verärgerten Anwohner genießen dürfen.

Deutlicher Preisunterschied zwischen dem Mercedes-Benz G 500 und G 63 AMG – aber gerechtfertigt

In der Basis kostet der G 500 knapp 110.000 EUR, wobei der G 63 bei knapp 150.000 Euro startet. Unsere beiden Testmodelle haben einen Listenpreis von 110.205,90 Euro (G 500) und 152.724,60 Euro (G 63 AMG).
Wer trotz SUV besonderen Wert auf brachiale und teilweise unnötige Performance legt, liegt mit dem G 63 goldrichtig. Der Mercedes G 500 ist, wenn man bei diesem Fahrzeug davon sprechen kann, die Vernunftsentscheidung. Mercedes ist mit dem G 500 ein Offroader in Perfektion gelungen, der durch optimiertes Fahrverhalten auch in Sachen Komfort in der Stadt überzeugt und somit alltagstauglicher ist.

Mercedes-Benz G 500 und Mercedes-Benz G 63 AMG leasen – Mercedes leasen oder kaufen?

Durch die mitunter stabilen Restwerte der G-Klasse, sowohl beim G 500 als auch beim G 63, spricht prinzipiell nichts gegen einen Kauf. Natürlich lohnt sich der Mercedes auch im Leasing, da so das Restwertrisiko nicht besteht und eine Übernahme am Ende der Laufzeit durchaus möglich ist. Je nach Marktlage ebenfalls ein spannendes Modell!

Die Performance der neuen G-Klasse – noch mehr Power und noch mehr Komfort

Im G 500 leistet der klassische Vierliter-Biturbo-V8 satte 422 PS und 610 Newtonmeter. Neu ist die 9-Stufen-Automatik. Die Power-Waffe G 63 erhält ein Downsizing auf den 4,0-Liter-V8-Biturbo mit atemberaubenden 585 PS und 850 Nm Drehmoment. Im Fahrverhalten bietet die neue G-Klasse noch einmal deutlich mehr Komfort und Agilität. Grund dafür ist das neue Fahrwerk der G-Klasse mit der neuen Einzelradaufhängung an der Vorderachse. So fühlt sich der Offroader auch auf der Straße fast wie zuhause und entpuppt sich als durchaus alltagstaugliches Auto (den Verbrauch, die Größe und die Kosten außenvor genommen).

Faszination Mercedes-Benz G 63 AMG: So unvernünftig und so unfassbar packend zugleich

Selbst nach mehreren Monaten mit diesem Fahrzeug freut man sich jedes Mal auf die nächste Fahrt in diesem Geschoss. Möchte ich (klanglich, nicht optisch) unauffällig durch die Stadt cruisen, schalte ich den „Comfort„ Modus ein und gleite bei niedriger Drehzahl mit 4 Zylindern durch die Straßen. Bin ich bereit für Adrenalin oder möchte auf der morgendlichen Fahrt ins Büro aufwachen, wähle ich den „Sport“ oder „Sport+“ Modus. Klappen auf, volle Power und unverkennbarer AMG Sound voraus.

Nach 4,5 Sekunden erreicht der Kanten-Koloss Tempo 100, daher schnell raus aus der Stadt auf die Landstraße… von da aus auf die Autobahn, wo bei Tempo 220 (240 km/h mit AMG Drivers Package) Schluss ist. Wer die Tankstelle verfehlt, muss hoffen, dass die nächste nicht allzu weit entfernt ist. Denn im „Sport“ Modus sind 30 Liter Verbrauch keine Seltenheit.

UNSER FAZIT: Mercedes-Benz G 500 oder G 63 AMG?

Die Frage für dieses Fazit ist, wofür ich diesen SUV benötige. Alltagstauglicher ist definitiv der G 500, denn dafür ist der (durchaus positive und zum Grinsen verleitende) Stresslevel beim G 63 zu hoch. Die G-Klasse wurde in fast allen Belangen verbessert und bietet bei beiden Varianten extremen Fahrspaß. Beim G 63 möchte man den Wagen gedanklich mit den übermäßigen 585 PS als Sportwagen sehen, was er aber natürlich nicht ist. Er ist alles andere als vernünftig, aber das ist in diesem Fall Nebensache. Die G-Klasse ist und bleibt einer der besten Geländewagen und macht mit dem neuen Modell auch im Alltag eine hervorragende Figur.

Mercedes-AMG G 500: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,8 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 299 g/km

Mercedes-AMG G 63: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 13,1 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 269 g/km

2019-06-24T09:00:10+00:0023. Juni 2019|Allgemein, Leasing Ratgeber|